Bauprobe: Orestie von Aischylos in Neubearbeitung von Robert Icke

Staatstheater Nürnberg
Premiere: 13. Juni 2026
Regie: Stephan Kimmig

Unsere Leistungen:

Bühnenbild und Lichtdesign

Projektbeschreibung

Die Gewaltspirale in der Familie des Agamemnon und Klytämnestra wird darauf untersucht, ob sie zu durchbrechen und beenden ist oder ob Orest weiter als Schuldiger sterben wird und das Töten kein Ende nimmt.

Die Setzung des Bühnenbildes ist eine Gerichtssituation für die Untersuchung des Falles Orest. Recherche sind das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, der Gesetzeskodex in Gortyn, Kreta, u.a.
Die Situation im Palast Mykene, das Haus des Agamemnon, wird als Rekonstruktionsobjekt der Verbrechen, ein improvisiertes, skizzenhaftes Haus, hochgefahren auf die Bühne.

Das Haus ist in beide Richtungen per Motor drehbar und kann innen bespielt und von außen begutachtet werden. Das Haus ist als Esszimmer und Badezimmer möbliert, in die Badewanne kann Wasser und auf den Boden des Bades kann Blut fließen. Im Haus ist ein Urnengrab. Das Haus hat innen eingebautes Licht.

Orest sitzt auf der Vorbühne in einem Glaskasten eine Art Terrarium für ihn und wird innen beleuchtet.
Parallel dazu fokussiert eine Videokamera sein Gesicht und projiziert es auf eine Projektionsfläche über der Bühne.

Die Beweise der Morde werden auf der Vorbühne von Kalchas, dem Gerichtsdiener, auf einen Tisch und als Bilder unter einen Overhead Projektor gelegt und auf die Projektionsfläche über der Bühne projiziert.

Das Gericht wird händisch im letzten Akt nach vorne geschoben über das offene Hubpodium 1 und verschließt es.

Die Rückwand besteht aus bernsteinfarbenen schlierigen transluzenten Platten, die uneben in Rahmen sitzen, wodurch die Wand einen schuppigen Charakter bekommt. Die gelbe Wand kann mit starkem Rücklicht so hell werden, daß man einen Lichtraum hinter der Wand erahnt.

Die Frage, ob die Orestie eine Utopie oder eine Dystopie ist, bleibt durch das Licht in der Assoziation eines sich anschließenden Raumes, aber ohne Durchgang. Es wird hell, bleibt aber eitrig schleierhaft.